
Kettenverschleiß messen: wann ist die Fahrradkette abgenutzt?
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Eine Kette längt sich mit der Zeit, weil die Bolzen und Hülsen innen verschleißen. Wer zu spät wechselt, nutzt auch Kassette und Kettenblätter ab, und das wird teuer. Mit einer einfachen Kettenlehre misst du den Verschleiß in einer Minute.
Warum sich eine Kette "längt"
Umgangssprachlich sagt man, die Kette "längt" sich. Das Metall dehnt sich dabei nicht wirklich, sondern die Bolzen und Hülsen innen werden dünner. Dadurch wächst der Abstand zwischen den Gliedern, die Kette passt nicht mehr sauber auf die Zähne von Kassette und Kettenblatt und springt unter Last oder schaltet schlecht.
Der Verschleiß wird in Prozent gemessen
Verschleiß gibt man als prozentuale Längung an. Je mehr Gänge hinten, desto schmaler die Kette und desto früher solltest du wechseln. Als verbreitete Richtwerte gelten:
- Rund 0,5 Prozent bei modernen 11- und 12-fach-Antrieben.
- Rund 0,75 Prozent bei den meisten 5- bis 10-fach-Antrieben.
- Bis etwa 1,0 Prozent bei Singlespeed und Nabenschaltung.
Diese Werte findest du so oder sehr ähnlich bei mehreren Herstellern von Ketten und Messwerkzeugen. Im Zweifel gilt der niedrigere Wert, dann schonst du die teureren Teile.
So misst du mit einer Kettenlehre
Eine Kettenlehre, auch Kettenverschleißlehre genannt, kostet wenig und ist am genauesten.
Schritt für Schritt
- Lege die eine Seite der Lehre in ein Kettenglied.
- Lass die andere Seite in die Kette fallen.
- Fällt der Stift mit der Markierung 0,75 (oder 0,5 bei 11-/12-fach) vollständig hinein, ist die Verschleißgrenze erreicht und die Kette fällig.
- Bleibt der Stift oben auf, ist noch Reserve da.
Ohne Lehre kannst du grob mit einem Lineal messen: zwölf Glieder sind bei neuer Kette genau 30,48 cm lang. Ist die Strecke deutlich länger, ist die Kette verschlissen. Das ist aber ungenauer als eine Lehre.
Kassette und Kettenblätter im Blick behalten
Wechselst du die Kette rechtzeitig, hält die Kassette oft zwei bis drei Ketten lang. Fährst du eine Kette zu lange, springt die neue Kette auf der abgenutzten Kassette, und du musst beides tauschen. Wenn eine frische Kette nach dem Wechsel unter Last springt, ist meist die Kassette schon zu stark verschlissen.
Pflege verlängert die Lebensdauer
Eine saubere, geschmierte Kette verschleißt langsamer. Reinige sie regelmäßig und schmiere sie passend zum Wetter. Wie das geht, zeigen wir dir getrennt. Prüfe nebenbei auch deinen Reifendruck und die Sattelhöhe, beides kostet kaum Zeit.
Häufige Fragen
Ab wann ist eine Fahrradkette verschlissen?
Bei etwa 0,5 Prozent Längung an 11- und 12-fach-Antrieben, bei rund 0,75 Prozent an den meisten anderen Kettenschaltungen und bis etwa 1,0 Prozent an Singlespeed. Im Zweifel gilt der niedrigere Wert.
Wie messe ich den Kettenverschleiß ohne Werkzeug?
Grob mit einem Lineal: zwölf Glieder sind bei neuer Kette genau 30,48 cm. Ist die Strecke deutlich länger, ist die Kette fällig. Eine Kettenlehre ist aber genauer.
Muss ich mit der Kette auch die Kassette wechseln?
Nur wenn du zu spät gewechselt hast. Bei rechtzeitigem Kettenwechsel hält die Kassette oft mehrere Ketten. Springt eine neue Kette unter Last, ist die Kassette meist mit verschlissen.
Wie oft sollte ich den Verschleiß prüfen?
Je nach Laufleistung alle paar hundert Kilometer. Vielfahrer prüfen häufiger. Eine saubere, gut geschmierte Kette hält länger.
Lotte van Dijk
Redakteurin Stadträder & Wartung
Lotte schreibt über Stadträder, Wartung und alles, was das Radfahren praktisch und bezahlbar hält. Das beste Fahrrad ist für sie das, das man jeden Tag benutzt.

