
Reifendruck am Fahrrad und E-Bike: wie oft und wie viel bar?
Foto: Hedwig von Ebbel · Publiek domein
Der richtige Reifendruck ist die einfachste Wartung mit dem größten Effekt. Auf der Reifenflanke stehen ein Mindest- und ein Höchstwert, meist in bar und PSI. Innerhalb dieser Spanne wählst du nach Gewicht und Untergrund, und du prüfst den Druck mindestens einmal im Monat.
Warum der Reifendruck so wichtig ist
Zu wenig Druck fühlt sich schwammig an, kostet spürbar Kraft und erhöht das Risiko eines Durchschlags, bei dem der Schlauch zwischen Felge und Hindernis eingeklemmt wird. Zu viel Druck macht die Fahrt hart und unkomfortabel und verringert den Grip, weil der Reifen weniger Auflagefläche hat. Der richtige Wert liegt dazwischen, und er ist für jeden Reifen anders.
Wo du den richtigen Wert findest
Die wichtigste Quelle ist der Reifen selbst. Auf der Flanke stehen der minimale und der maximale Druck, zum Beispiel "min 3,0 bar, max 5,0 bar". Bleibe immer innerhalb dieser Spanne. Daneben zählt vor allem die Reifenbreite: ein schmaler Rennradreifen braucht deutlich mehr Druck als ein breiter Ballonreifen am Stadtrad.
Grobe Richtwerte nach Reifenbreite
Diese Werte sind ein Startpunkt, kein Gesetz. Taste dich innerhalb der Flankenangabe an dein Gefühl heran.
- Breite Stadt- und Tourenreifen (ab etwa 42 mm): im unteren bis mittleren Bereich der Spanne.
- Mittlere Reifen (etwa 35 bis 40 mm): eher Mitte der Spanne.
- Schmale, sportliche Reifen: oberer Bereich der Spanne.
Dein Gewicht zählt mit
Je schwerer der Fahrer samt Gepäck, desto höher der Druck, sonst wird der Reifen zu stark eingedrückt. Beim E-Bike kommt das höhere Eigengewicht durch Motor und Akku dazu, deshalb liegen E-Bike-Reifen oft etwas höher als vergleichbare Reifen am normalen Rad. Fährst du oft mit Kind oder schwerer Tasche, wähle den Druck entsprechend etwas höher.
Wie oft prüfen
Luft entweicht langsam durch Material und Ventil, auch ohne Loch. Ein Verlust von rund einem bar pro Monat gilt als normal, bei dünnen Reifen kann es schneller gehen. Prüfe den Druck darum mindestens einmal im Monat, und vor einer längeren Tour immer. Der oft genutzte Daumentest ist unzuverlässig, weil er stark von der Reifenbreite abhängt: ein schmaler Reifen fühlt sich bei korrektem Druck hart an, ein breiter weicher. Verlass dich auf ein Manometer an der Pumpe.
Richtig aufpumpen
Nutze eine Standpumpe mit Manometer. Das deutsche Sprachgebiet kennt vor allem drei Ventiltypen: Dunlop (Blitz), Sclaverand (französisch, schmal) und Schrader (Auto). Stelle sicher, dass der Pumpenkopf zum Ventil passt, pumpe bis zum Zielwert und prüfe am Manometer. Mehr zur Pflege liest du in unserem Beitrag über Kettenverschleiß messen, und die richtige Sattelhöhe stellst du hier ein.
Kurz zusammengefasst
Bleibe innerhalb der Flankenangabe, wähle nach Reifenbreite und Gewicht, prüfe monatlich mit einem Manometer und pumpe vor jeder längeren Fahrt nach. Das ist wenig Aufwand und macht sofort einen Unterschied in Komfort, Rollwiderstand und Pannensicherheit.
Häufige Fragen
Welcher Reifendruck ist am E-Bike richtig?
Bleibe innerhalb der auf der Flanke angegebenen Spanne. Wegen des höheren Gewichts durch Motor und Akku liegen E-Bike-Reifen oft etwas höher als vergleichbare Reifen am normalen Rad. Richte dich nach Reifenbreite und deinem Gewicht.
Wie oft sollte ich den Reifendruck prüfen?
Mindestens einmal im Monat und vor jeder längeren Tour. Ein Verlust von etwa einem bar pro Monat ist normal, bei dünnen Reifen kann es schneller gehen.
Kann ich den Druck mit dem Daumen prüfen?
Nur sehr grob. Der Daumentest hängt stark von der Reifenbreite ab und ist unzuverlässig. Eine Standpumpe mit Manometer gibt dir den tatsächlichen Wert.
Was passiert bei zu wenig Druck?
Das Rad rollt schwerer, der Reifen verschleißt ungleichmäßig und das Risiko eines Durchschlags steigt, bei dem der Schlauch zwischen Felge und Hindernis eingeklemmt wird.
Lotte van Dijk
Redakteurin Stadträder & Wartung
Lotte schreibt über Stadträder, Wartung und alles, was das Radfahren praktisch und bezahlbar hält. Das beste Fahrrad ist für sie das, das man jeden Tag benutzt.

